Worum geht’s hier?

Juli 23, 2011 1 Kommentar

Der vorliegende Blog möchte dem kritischen Zeitgenossen einmal eine andere
Perspektive als die zeitgenössische Ökonomie bieten. Diese „andere Perspektive“
ist umso notwendiger, als bei der Besetzung der VWL-Lehrstühle in Deutschland mittlerweile eine geistige Uniformität eingezogen ist, die ein Herr Honecker auch per Dekret niemals hätte erreichen können und die ihn wahrscheinlich auch vor lauter Neid hätte erblassen lassen. Die VWL hat einen Konsens erreicht, der manchmal den Eindruck vermittelt, dass sie am Endpunkt der Erkenntnis angelangt und im Besitz der endgültigen Wahrheit ist. Entsprechend gebärden sich auch viele Ordinarien. In anderen Ländern ist das Spektrum der Meinungen zumeist wesentlich bunter als in Deutschland. Doch auch, wenn hierzulande noch so viele ökonomische „Experten“ nahezu unisono Generationen von Studierenden wieder und wieder apodiktisch verkünden, dass die Erde eine Scheibe sei, um die sich die Sonne dreht, wird diese Behauptung durch die permanente Wiederholung nicht wahrer. Die Fakten stoßen sich an der ökonomischen Theorie. M.E. ist kein Fach so hochgradig ideologisiert wie die Wirtschafts“wissenschaft“, die zu einer Kunst der Rechtfertigung von Privilegien verkommen ist.

Ich bin überzeugt davon, dass künftige Generationen auf die heute verbreiteten ökonomischen Lehren einmal genauso zurückblicken werden wie wir auf das Mittelalter, als – auch von durchaus nicht dummen Leuten – die Erde als die schon erwähnte Scheibe verkauft wurde und man Herrschaft aus dem Gottesgnadentum heraus legitimierte. Wer mir vorwirft, ich sei mit meinen Aussagen tendenziös, hat Recht. Er sollte allerdings nicht vergessen, denselben Vorwurf auch der Orthodoxie zu machen. Werturteile sind unvermeidlich. Anders als in den meisten Büchern der Orthodoxie werden jedoch die hier zugrundegelegten Werturteile dem Leser nicht einfach untergeschoben, sondern explizit gemacht.

Dieser Blog bezieht sich in vielen Stellen auf mein Buch „Die Plünderung der Erde“, herausgegeben vom Fachverlag für Sozialökonomie, 2. Auflage, 2009. Selbstverständlich
würde ich dieses Buch heute wieder anders schreiben, vielleicht kommt es auch irgend-
wann zur dritten Auflage. Dennoch, die Grundaussagen gelten.

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